
Hof Rossbach Runde
neu!
Koordinaten des Wanderstartpunktes:
50.923171, 8.521275
Anreise mit Bus: Biedenkopf - Breidenstein Perfstausee

Barocker Besuch in Breidenstein
Die Hof Rossbach Runde ist ein wahrer Schatz der touristischen
Dreifaltigkeit. Über 13 km mit moderaten Anstiegen belohnen mit
Wasserspaß am Perfstausee, interessanten Wissenshappen aus der
Breidensteiner Geschichte und ruhespendender Natur im Wald.
Die Hof Rossbach Runde bei Outdooractive, Komoot und als GPX Daten:

Expertenvideos zur
Hof Rossbach Runde
Altstadt
Barocker Ausflug ins Breidenstein des 18. Jahrhunderts
Liebe Wanderfreunde,
mein Name ist Klaus-Dieter Seibel. Unser heutiger Ausflug führt uns zu einem Ort mit einer spannenden Geschichte – zur Altstadt hier in Breidenstein mit seinen beiden Schlössern. Aber Moment mal, heißt es nicht Schloss Breidenstein? Nein, richtig gehört, denn hier gibt es eigentlich zwei Schlösser zu bestaunen!
Zum einen haben wir das Untere Schloss, das als barocke Anlage zwischen 1712 und 1714 auf und neben den Überresten der mittelalterlichen Burg Breidenstein errichtet wurde. Schon von hier aus können wir uns gut vorstellen, wie die Herren von Breidenbach hier im 14. Jahrhundert ihre feudale Herrschaft sicherten. Die Breidenbacher waren Lehnsleute der hessischen Landgrafen und bauten im letzten Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts hier auf dem sogenannten Hubenberg eine Burg, die sie Breidenstein nannten. Fortan nannten sie sich auch selbst "von Breidenbach zu Breidenstein" bzw. "von Breidenbach genannt Breidenstein", je nachdem, welcher Familienlinie sie angehörten. Von dieser ursprünglichen mittelalterlichen Burg aus dem späten 14. Jahrhundert sind heute noch größere Teile der Ringmauer und Fundamente eines Turms erhalten.
Und dann gibt es noch – direkt neben der Ringmauer – das Obere Schloss, eine Jugendstilvilla, die um 1910 neben ein heute abgerissenes Vorgängergehöft gebaut wurde. Ein interessanter Kontrast zum Unteren Schloss, oder? Während die Villa bis heute im Besitz der Familie von Breidenbach zu Breidenstein ist, gehören die Ruinen der Burg und das Untere Schloss den Familien Stückelberg von Breidenbach und Jung.
So vereinen die Schlösser in Breidenstein auf faszinierende Weise verschiedene Epochen und Baustile. Auch wenn eine Besichtigung der Gebäude nur von außen erfolgen kann, so ist es doch ein Ort, der uns die Geschichte der Region näherbringt und gleichzeitig zeigt, wie sich ein solcher Ort im Laufe der Zeit wandeln kann.
Nehmt euch einen Moment Zeit, um von hier aus die unterschiedlichen Teile des Schlossbergs in Breidenstein zu betrachten und die besondere Atmosphäre dieses Ortes auf euch wirken zu lassen.
Hof Rossbach
Breidensteins Lost Place
Liebe Wanderer, mein Name ist Klaus Becker und während wir hier am Rande des schönen Breidenstein entlangwandern, möchte ich euch einen kleinen Einblick in die Geschichte eines besonderen Ortes geben, den „Hof-Rossbach“.
Der Hof Rossbach liegt etwas außerhalb von Breidenstein. Seine idyllische Lage mag heute etwas verlassen wirken, doch seine Geschichte ist durchaus bemerkenswert.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Rossbacher Hof bereits im 14. Jahrhundert. Über die Jahrhunderte hinweg diente er verschiedenen Zwecken und war hauptsächlich ein landwirtschaftlicher Betrieb, zuletzt mit vielen Hektar Land.
Hinweise darauf, dass er als Herberge für Reisende diente, lassen sich aktuell nicht belegen.
Eine besonders interessante Episode in seiner Geschichte ist die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Damals bot der abgelegene Hof Schutz und Zuflucht für die notleidende Bevölkerung der umliegenden Dörfer. Man munkelt sogar, dass sich in den dicken Mauern des Hofes so manches Geheimnis verbirgt.
Auch später spielte der Rossbacher Hof eine Rolle in der regionalen Geschichte. Im Laufe der Zeit bzw. nach dem Verlassen der Mitarbeiter und dann Mitte der sechziger Jahre auch der Eigentümer (Familie von Breidenbach zu Breidenstein), hat die Bedeutung jedoch abgenommen.
Heute präsentieren sich die Gebäude unbewohnt und zeigen deutliche Spuren des Verfalls, was ihm eine ganz eigene, fast schon geheimnisvolle Atmosphäre verleiht. Man könnte ihn fast als einen 'Lost Place' bezeichnen.
Nehmt euch einen Moment Zeit, um die Stille und die Historie auf euch wirken zu lassen. Auch wenn er heute verlassen ist, erzählt er stumme Geschichten aus vergangenen Zeiten.
Ludwigsbuche
Gemeinschaft schafft Gemütlichkeit
Liebe Wanderer,
mein Name ist Niels Althaus und nachdem wir über die geschichtsträchtigen Pfade rund um den Hof Rossbach gewandert sind, erreichen wir nun einen Ort, dessen Geschichte etwas, sagen wir mal, bodenständiger ist: die Ludwigsbuche. Die Geschichte der Ludwigsbuche ist herrlich unkompliziert. Hier in den Wäldern um Breidenbach gab es in den 1930er Jahren eine Holzfäller-Kolonne die für die Barone arbeitete. Diese Gruppe hatte ihrem ältesten Mitarbeiter namens Ludwig (Schmidt) einfach mal eine Freude gemacht, indem sie eine markante Buche- auf Breidensteiner-Gelände nach ihm benannten.
Die namensgebende Buche ist inzwischen verschwunden , aber der Platz 'An der Ludwigsbuche' hat sich seinen Charme bewahrt. Übrigens wurde ein Reststück dieser Buche in Breidenbach im Skulpturenpark ausgestellt.
Dank des Breidenbacher Stammtisches „Die Stehtischler“ wurde vor vielen Jahren diese Sitzgelegenheit in Eigenleistung gezimmert und auf dem heutigen Platz aufgestellt.
Weiterhin wurde auch eine neue Buche neben der Sitzgelegenheit gepflanzt, um an den Namensgeber dieses Platzes zu gedenken.
Wie ihr seht, lädt diese kleine Raststelle mit ihrer Bank und dem schützenden Dach geradezu zum Verweilen ein. Ein idealer Ort ungefähr auf halber Strecke unseres Wanderweges, um die Beine hochzulegen und die Waldluft und Umgebung zu genießen.
Auf dem Weg zu dem nächsten Ziel kommen wir an der „Brommelsäche“ vorbei, wo man einen tollen Ausblick in das Lahntal, bzw. Breidenstein, teilweise Wallau und Bad-Laasphe hast.
Leipziglinde
Generationentreffen im Wald
Liebe Wanderer, mein Name ist Günther Seibel und ich darf euch an einem Ort begrüßen, der auf den ersten Blick vielleicht unspektakulär erscheint, aber eine interessante Geschichte und eine lebendige Tradition birgt: der Platz an der Leipziglinde oberhalb der Perf und des Perfstausees.
Wer jetzt an lange Geschichtsvorträge über Schlachten denkt, den kann ich beruhigen. Ja, die am 18. Oktober 1913 gepflanzte Linde erinnert an die Völkerschlacht bei Leipzig einhundert Jahre zuvor – ein bedeutendes Ereignis in den Napoleonischen Kriegen, bei dem viele europäische Mächte aufeinandertrafen. Aber das war’s auch.
Viel spannender finde ich, wie dieser Ort bis heute im lokalen Leben von Breidenstein verwurzelt ist. Ursprünglich vom Obst- und Gartenbauverein ins Leben gerufen, wurde die Pflege dieses Platzes nun von den Altburschen übernommen. Und das mit viel Engagement, wie wir sehen können. Sie haben den Platz in 2025 auf Vordermann gebracht, ihn vergrößert, befestigt und einen sicheren Zugang geschaffen.
Das traditionelle Lindenfest, das hier gefeiert wird, ist ein schönes Beispiel dafür, wie Geschichte lebendig bleibt. Es ist ein Treffpunkt für Jung und Alt, ein Ort der Gemeinschaft, an dem man sich – ganz bewusst ohne laute Musik – in Ruhe unterhalten kann. Die Altburschen setzen diese Tradition fort und zeigen damit, wie wichtig ihnen der Zusammenhalt und die Bewahrung lokaler Bräuche sind.
So ist die Leipziglinde nicht nur ein Denkmal für ein historisches Ereignis, sondern vor allem ein lebendiger Teil von Breidenstein. Ein Ort, an dem sich Menschen treffen, feiern und die Gemeinschaft pflegen – und das ist doch eine wunderbare Geschichte für sich.
Perfstausee
Biedenkopfs wasserreiches Ausflugshighlight
Liebe Wanderer, mein Name ist Manfred Schmidt und ich bin der Ortsvorsteher von Breidenstein. Wir treffen uns hier an der letzten Station unserer "Hof Rossbach-Runde", am Perfstausee.
Bereits in den Nachkriegsjahren entstand die Idee, gefährliche Hochwasser der Lahn und anschließend des Rheins durch Rückhaltebecken an den Nebenflüssen besser zu kontrollieren. Bis dies aber schließlich hier im Perftal realisiert werden konnte, musste ein verheerendes Hochwasser im Februar 1984 den Plan final anstoßen. Die Planungen lagen auf dem Tisch, sodass man direkt mit dem Bau beginnen konnte. Am 18. September 1993 wurde der Perfstausee offiziell als Hochwasserrückhaltebecken und zur Freizeitnutzung in Betrieb genommen.
Daneben hat der See bis heute viele Funktionen. Eine Turbine im Staudamm dient als Wasserkraftwerk und am Einlauf der Perf ist das Naturschutzgebiet „Im Wehr bei Breidenstein“ zum Rückzugsgebiet für viele Wasservögel geworden. Zudem ist ein beliebtes Ziel für Spaziergänger, Wanderer und andere Erholungssuchende entstanden. Bis zum Jahre 2016 konnte der See auch zum Baden und für Wassersport genutzt werden. Die Wasserqualität ist grundsätzlich gut, aber durch die immer öfter auftretenden Starkregenereignisse führt der dadurch bedingte Eintrag von Schadstoffen aus dem Oberlauf der Perf immer wieder zu vorübergehenden Wasserbelastungen. Deshalb hat die Betreibergesellschaft ein Badeverbot erlassen.
Wir Breidensteiner, unser Wassersportclub, unser Ortsbeirat und viele engagierte Bürger haben frühzeitig gegen diese Entscheidung protestiert. Basierend auf externer, wissenschaftlicher Expertise haben wir angemahnt, den nur gelegentlich auftretenden Verschmutzungen des Wassers auch nur anlassbedingte Badeverbote folgen zu lassen. Das zeigt Wirkung: Ein Beach-Volleyball-Feld wurde eingerichtet, Brücken und Bootsanleger sind saniert und Ruhebänke sind am Rundwanderweg aufgestellt worden. Wir hoffen nun, dass auch das generelle Badeverbot bald Vergangenheit ist: Ein erster Schritt ist mit der Erlaubnis zum Stand Up Paddling geschafft.
Zum Wandern bietet sich jetzt die Möglichkeit, entweder den durchgängig befestigten 3km langen Rundwanderweg um den See zusätzlich zu nutzen, oder direkt über den Staudamm zu den Parkplätzen zu gehen. Viel Spaß!


